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Computer-Archäologie


Man behauptet ja immer, das Internet habe das Gedächtnis eines Gigafanten ; was einmal drin ist, sei nicht mehr zu löschen. Doch. Irgendwann werden die Daten nicht mehr zu entziffern sein, wegen des technischen Wandels. Sie sind noch da, aber unverständlich wie die Hieroglyphen vor ihrer Entzifferung durch Champollion. Wenn also da nicht die Entdecker-Lust wäre...


Es war einmal ein Computer-Programm namens «Métro», für Geräte der Vorzeit geschrieben in Quick-Basic, als der BillGator noch nicht alles in kleine Fensterchen gequetscht hatte. Die biegsame Floppy und die Diskette waren den Weg allen Fortschritts gegangen - dahin, dahin. Lesbar war nur noch das Handbüchlein auf Papier, was sich einmal mehr als das getreuere Medium erwies. Hier der erschütternde Bericht über den Versuch der Beschwörung eines Mausetoten.


 

Letzten Samstag habe ich alleine 4 Stunden gebraucht, um die Diskette auf einem 5,25'-Laufwerk lesen zu können. Da ich in meinem Fundus keinen PC mehr mit eingebautem 5,25'-Laufwerk besaß, habe ich in einen alten noch lauffähigen Tower-Rechner zu einem 3,5'-Laufwerk noch ein zusätzliches 5,25'-Laufwerk eingebaut. Nach dem Einbauen und Testen von mindestens 5 verschiedenen Flachbandkabeln aus meinem Fundus mit verschiedener Länge und Stecker-Belegung mit Steckern für 3,5'- und 5,25'-Laufwerken und zigmaligem Umstecken der einzelnen Kabel (leider war Pin 1 nirgendwo auf den Laufwerksplatinen markiert und ich mußte ständig umstecken, bis die Laufwerks-LEDs beim Starten nicht mehr leuchteten, denn dann war mindestens ein Stecker um 180 Grad falsch gesteckt), ist es mir dann endlich gelungen, Ihre Métro-Diskette zu lesen. Leider traten beim Versuch, den Inhalt auf eine 3,5'-Diskette zu kopieren, ständig Lesefehler auf. Deshalb mußte ich das 5,25'-Laufwerk gegen ein zweites Laufwerk austauschen und dann ließ sich endlich Ihre Diskette fehlerfrei auslesen. Aber leider nicht fehlerfrei schreiben...

 

Am Sonntag habe ich 4 verschiedene alte 3,5'-Disketten ausprobiert und auf mehreren 3,5'-Laufwerken verschiedener PCs formatiert. Kein einziges Mal ließ sich eine Diskette fehlerfrei formatieren. Da Ihre Métro-Diskette kopiergeschützt ist, läßt sich natürlich das Spiel auch nicht von einer Kopie installieren. Ihre Métro-Diskette erlaubt die Installation von maximal 3 Kopien.

 

Den ersten Installationsversuch unternahm ich, indem ich das auf dem Tower vorhandene Windows 98 beendete und in den MS-DOS Modus startete. Leider hing sich ihr Spiel dann beim Installationsversuch auf... Zum Glück wurde diese verunglückte Installation nicht auf Ihrer Métro-Diskette als Kopie vermerkt.

 

Deshalb versuchte ich, den Tower-PC statt von Festplatte von einer MS-DOS Diskette zu starten. Leider ließ sich die alte MS-DOS Diskette wegen eines Lesefehlers nicht mehr starten...

 

Als Abhilfe habe ich auf einem weiteren alten PC aus meinem Fundus mit MS-DOS und Windows 95 als Dual-Boot Installation eine MS-DOS Startdiskette erstellt. Mit dieser habe ich dann den Tower-PC (mit dem neu eingebauten 5,25'-Disketten-Laufwerk) von der neu erstellten 3,5'-MS-DOS Diskette gestartet. Ich habe dann die erste der drei möglichen Installationen nach Start von Start.Exe von Ihrer Métro-Diskette auf der 3,5'-Diskette installiert, die die wenigsten Fehler beim Formatieren aufgewiesen hatte. Wenn sich beim Formatieren ein Sektor nicht korrekt initialisieren läßt, wird er für die Benutzung gesperrt, sodaß dies eigentlich kein Problem darstellen sollte, wenn die zu kopierenden Daten auf die nicht komplett nutzbare Diskette passen. Aber trotzdem ließ sich nach der Installation von Métro auf der 3,5'-Diskette das Spiel wegen eines Lesefehlers nicht starten.

 


tempus fugit


Das nächste Problem: die Festplatte wurde beim Versuch einer zweiten Installation nicht als Ziel-Medium angezeigt, sondern nur die beiden Disketten-Laufwerke. Der Grund besteht darin, daß die Festplatte mit Microsofts FAT32 Dateisystem formatiert war, was MS-DOS nicht lesen kann. Also habe ich aus meinem Fundus eine alte 850 MB Festplatte eingebaut, die mit FAT16 (maximale Partitionsgröße 2 GB) formatiert war. Beim nächsten Neustart mit der MS-DOS Diskette wurde diese Festplatte dann auch vom Métro-Installationsprogramm erkannt und die 2.Installation (nur noch eine weitere ist jetzt von Ihrer 5,25'-Diskette aus möglich!) verlief erfolgreich. Zum ersten Mal konnte ich dann Métro (unter MS-DOS) starten und ausprobieren.

Doch wie bekommt man das installierte Métro von der 850 MB Festplatte auf ein Windows XP System? Ich besitze einen IDE-zu-USB Adapter, mit dem ich eigentlich jede "nackte" Festplatte anschließen und über den USB-Anschluß an einen Windows XP PC anschließen kann, ohne in die Innereien des Rechners eingreifen zu müssen. Leider erkannte Windows XP die alte 850 MB Festplatte mit dem FAT16-Dateisystem nicht...

 

Ich habe schließlich aus meinem Fundus ein seltenes Speicherkarten-Laufwerk, das an einen IDE-Steckplatz angeschlossen wird und damit auch in Uralt-PCs nutzbar ist, weil es keine Treiber benötigt (USB-Schnittstellen besaß der alte Tower-PC noch nicht), eingebaut und konnte das METRO-Verzeichnis auf eine SD-Speicherkarte kopieren. Auf dem Windows XP-PC konnte ich dann Ihr Métro endlich erfolgreich von der SD-Karte starten. Danach habe ich das METRO-Verzeichnis in das Zip-Archiv Metro.zip gepackt und im Anhang beigefügt.

 

Um Métro zu spielen, sollten Sie das Verzeichnis METRO unter Windows XP entpacken. Danach sollten Sie im Windows Explorer ins Verzeichnis METRO wechseln und die Datei Metro.Exe mit einem Doppelklick starten. Ich habe bei der Spiel-Installation zur Registrierung Ihren Namen und Ihre Adresse eingegeben.


Uwe Zimmermann


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